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Das Röhrenoszilloskop "O1" - Oder die Resteverwertung des jungen PaSo anno 1991/1992

Die Lebensdaten: 1988 bin ich das erste mal mit der Röhrentechnik in Kontakt gekommen, durch einen Artikel in der "ELO" über einen kleinen Gegentakt Röhrenverstärker zum Nachbauen. Pro Kanal je 1x → ECC83 Vorstufe und Phasenumkehr und 2x → EL84 als Gegentakt Endstufe.
Auf jeden Fall hat mich das Thema "Röhren" so sehr interessiert, das ich vom meinem Taschengeld bei "Elektronik Bolz" eine → ECC83 von ITT-Lorenz gekauft habe. Diese trägt auch heute noch in meiner Sammlung die Inventarnummer → #00001 da es wirklich meine "erste" Röhre war. In den nächsten Jahren sind immer einige Röhren, teils von Geräten vom Sperrmüll oder aus Radio/Fernsehwerkstätten hinzugekommen. 1991 hatte ich ca. 100 Stück und die "Stunde der Offenbarung", ein Schulkollege hat mir ein altes Russisches Röhrenoszilloskop (Universal Oscilloscope C1-5) vermacht. Leider mit durchgebrannten Trafo und einigen defekten Bauteilen.

Und so hat alles angefangen: → Virtuelles Röhrenmuseum - The making of

Das Universal Oscilloscope C1-5 war mit folgenden Röhren bestückt: Da ich bereits 1991 am Wettbewerb "Jugend Forscht" (Bereich Informatik) teilgenommen habe, entstand die Idee, 1992 mit etwas exotischeren anzutreten, im Bereich Technik, Thema "Entwicklung und Bau eines Oszillographen in Röhrentechnik". Mein Hauptproblem war aber die fehlenden Mittel. Also wurde das Russische Oszilloskop komplett zerlegt, benutzt wurden alle Drehschalter, die Hochspannungskondensatoren, Lastwiderstände sowie die Bildröhre. Die Transformatoren für die Heizspannung wurden neu gekauft, ebenfalls bei "Elektronik Bolz", der Transformator für die Betriebsspannung kam aus einer ausgemusterten Siemens-Baugruppe vom Sperrmüll, die Frontplatte sowie Bodenplatte war aus Sperrholz aus dem Baumarkt. Die Röhren kamen aus meinen beiden Schuhkartons, die Novalfassungen wurden aus Lötschuhen improvisiert, die Oktalfassungen kamen auch aus dem "Russen". Der Rest musste halt "Da" sein. Unter dem Strich war dies ein sehr abenteuerliches Konstrukt, aber es funktionierte.

Es funktionierte sogar so gut, das es für den 2. Platz auf Landesebene gereicht hat.
Jugend Forscht 1992 im Saarland
Jugend Forscht 1992 im Saarland
Und ja, ich bekenne, mehr als 25 Jahre später, es war "PrintMaster"...

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt, nach "Jugend Forscht" hatte ich noch eine erfolgreiche Vorführung des Oszilloskops in meiner alten Schule, angedacht war bereits eine keine Ecke in meinem Zimmer für das Oszilloskop sowie ein Umgehäuse da es weiterhin genutzt werden sollte.

Dazu kam es aber nicht mehr... "It's time to die" - 1993 musste das Oszilloskop dann aus hier nicht genannten Gründen sinnlos zerstört werden.

Die letzten erhaltenen Komponenten meines ersten Oszilloskop:
Die Bildröhre → 8ЛО29И, die Fassung inkl. Schirmzylinder, sowie drei Hochspannungskondensatoren.

Mitte 1994 gab es einen zweiten Anlauf, wieder ein Röhrenoszilloskop (Interner Name "O2") zu bauen, diesmal mit einer großen Bildröhre → DG18-14A ( → #03425 ) das Projekt ist leider ebenfalls gescheitert... (Lebenserhaltung war wichtiger als Messtechnik)

Neues Jahrtausend, neues Glück: Ca. 2001 gab es einen dritten Anlauf - Diesmal war es aber meine eigene Schuld, der "O3" scheiterte schon sehr früh an der Fehlplanung des Gehäuses - Shit happens ;) 2008 ist "Schluß mit Lustig", es soll wieder ein funktionsfähiges Röhrenoszilloskop her - Der "O4 - Hydrargyrum" wird geplant. Zusätzlich soll es zwei zusätzliche Schmankerl geben, zum einen ein Netzteil mit Quecksilberdampfgleichrichtern aus optischen Gründen 2x → DCG1/250 ( → #03575 und → #03576 ) und als kleiner Gag, die Möglichkeit ein FBAS-Signal korrekt darzustellen. Also einen Fernseher, aber noch ohne Ton ;) Aus Zeitgründen wurde das Projekt nur sehr langsam vorangetrieben.

Als ich dann 2011 einen "Lehrfernseher" ersteigert habe, welcher leider den Transport nicht überlebt hat, entstand die Idee beide Projekte in ein Gehäuse zu integrieren.

Lehrfernseher zur Ausbildung von Radio- und Fernsehtechniker

Die Lebensdaten: Der "Lehrfernseher" war mit den folgenden Röhren bestückt: Ich bekam den Tipp, das bei eBay ein alter "Lehrfernseher" angeboten wird, der zur Ausbildung von Radio- und Fernsehtechnikern benutzt wurde. Die Bilder in der Auktion sahen auch sehr gut aus, das Teil war zum großen Teil Handarbeit, funktionsfähig und ich habe den Zuschlag bekommen. Der Verkäufer hat mir versichert, den Fernseher sehr gut zu verpacken und in der Tat, das Paket war sehr großzügig gepolstert und äusserlich unversehrt…
Der Alurahmen war verbogen, einige Träger verbeult. Dadurch sind eine Reihe von Drähten abgerissen und Lötleisten gebrochen. Kurzum, das Teil war nur noch als Vitrinenstück zu gebrauchen oder als "Moderne Kunst" - je nach Ansichtssache…

Ich wollte aber kein Kunstwerk sondern einen funktionsfähigen Fernseher, also entstand die Idee den "Lehrfernseher" mit dem bereits bestehenden Oszilloskop zu kombinieren. Das originale Konzept des "Lehrfernseher" soll beibehalten werden, also das alle Elektronikkomponenten einfach zu erreichen sind und in einfache Baugruppen aufgeteilt sind. Dabei wird bewusst darauf verzichtet "Die beste nur mögliche Elektronik" zu entwickeln.

Gerne würde ich weitere Unterlagen bzw. persönliche Erfahrung mit einem solchen Lehrfernseher auf dieser Seite zur Verfügung stellen. Wer gf. weitere Informationen hat, kann sich gerne melden.

Anmerkung zum Projekt Phönix
Erstellt durch: PaSo's MuseumsWelt - V3.06.02 Edition #Neuland / Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Datensatz geändert am: 18.10.2018 06:43