Vorheriger Eintrag Übersicht

Kapitel 2.1: Benötigtes Werkzeug und Bauteile / Aufbau einer Test- und Entwicklungsstation

Das Konzept dieser Bauanleitung ist, das nicht jedes Bauteil exakt vorgegeben wird. Grundsätzlich werden nur Bauteile genutzt, die auch heute - im Jahre 2014 - noch ohne Probleme zu bekommen sind bzw. deren Anfertigung (z.B. Netztrafos) problemlos möglich ist. Besonders bei den Röhren werden keine Spezialversionen genutzt. Hier kann auf die immer noch zahlreich vorhandenen europäischen Verbundröhren bzw. Amerikanische/Englische/Russischen Röhren zurückgegriffen werden. Das selbe gilt auch für die Bildröhre. Die von mir vorgeschlagene Schaltung kann mit den meisten Bildröhren bis 18cm Durchmesser und elektrostatischer Ablenkung arbeiten. Wer einer andere Bildröhre nutzen will, kann die Schaltung einfach abändern. Also - Feel free ;)
Apropos Ändern: Da besonders auf das Konzept des "Lehrfernsehers" gesetzt wird, soll jedes Modul möglichst ohne große Vorgaben frei entwickelt werden - Auch ist "Resteverwertung" erlaubt, oder wer wie ich noch Bauteile aus älteren Projekten mit integrieren möchte, erlaubt ist was Spaß macht...

Was wird an Werkzeug und Material benötigt? Nichts aussergewöhnliches - Es reicht die übliche Ausstattung mit einem gutem Multimeter, einer Lötstation (Möglichst 80 Watt Leistung, verschiedene Lötspitzen) und dem Elektroniker-Werkzeugset wie Seitenschneider, Schraubendreher, Zangen usw. Wer keine Möglichkeit zur Metallbearbeitung hat, kann die Frontplatte/Seitenteile auch per CAD entwerfen und bei einem der vielen Dienstleister in eine Aluminiumplatte fräsen lassen.

Apropos Löten: Auch wenn ich mich jetzt (mal wieder) bei den "Öko-Terroristen/Innen" unbeliebt mache. Es wird dringend empfohlen mit dem konventionellen, Bleihaltigen Lötzinn ( Sn60Pb38Cu2 ) zu arbeiten. Das moderne, Bleifreie Schwabbellötzinn hat nämlich (noch?) nicht die nötige Temperaturstabilität, wie Sie für Röhrenschaltungen nötig ist.

Kapitel 2.2: Aufbau einer Test- und Entwicklungsstation

Bei der modernen Elektronik ist es meist üblich, Testaufbauten auf sog. "Steckplatinen" aufzubauen. Diese haben den Vorteil, das alle Bauteile ohne Löten verbunden und schnell zu tauschen sind.
Eine moderne Steckplatine
Eine moderne Steckplatine
Der Nachteil ist aber, das keine Bauteile genutzt werden können die eine hohe Stromaufnahme, oder eine höhere Betriebstemperatur haben. Besonders bei der Röhrentechnik kommt noch die relative hohe Betriebsspannung hinzu, für die diese Steckplatinen nicht ausgelegt sind.

Wir werden eine eigene Test- und Entwicklungsstation bauen, die die nötigen Voraussetzung bietet: Dies ist die Stunde für alle "Resteverwerter", gerade bei solchen Aufbauten bieten die "Restekisten" fast alles...

Der Aufbau ist sehr unkompliziert: Ich selbst arbeite gerne mit Kupferbeschichteten Epoxydharz-Platinen, diese sind sehr stabil und können ohne größere Probleme bearbeitet werden. Zuerst werden die nötigen Bauteile aufgelegt und platziert, dann die Bohrmarkierungen angebracht.
Markierungen für die Bohrlöcher
Markierungen für die Bohrlöcher
Die erste Bestückung der Bodenplatte mit allen Distanzbolzen und Lötleisten. Bei der Rückplatte sind schon alle Buchen sowie das Amperemeter angebracht.
Die erste Bestückung von beiden Hälften
Die erste Bestückung von beiden Hälften
Ich habe vier Röhrenfassungen vorgesehen, die Heizung aller Röhren ist als Parallelheizung ausgelegt mit den "üblichen" Anschlüsse an den Kontaktstiften 4 und 5.
Die Montage der Röhrenfassungen
Die Montage der Röhrenfassungen
Die restlichen Kontaktstifte der Röhren werden der Reihe nach auf eine beschriftete Lötleiste verbunden. Wichtig: Es muß darauf geachtet werden, das die Heizspannung mit zwei 100 Ohm Widerständen gegen Masse symmetriert wird. Dadurch wird sichergestellt, dass das Spannungspotential zwischen den Heizfäden und der Kathode möglichst klein ist. Das maximale Spannungspotential ist in den Röhrendatenblättern meist als "Vfk" angegeben.
Die Verbindung der Röhrenfassungen
Die Verbindung der Röhrenfassungen
Die Spannungsversorgung ist sehr einfach gelöst. Es wird davon ausgegangen, das ein externes, regelbares Netzteil angeschlossen wird (Siehe unten). Dadurch wird hier nur eine einfache Glättung über ein einfaches RC-Glied realisiert. (10 Ohm - 47µF - 100n). Achtung: Auf die Spannungsfestigkeit der Kondensatoren achten! Das Amperemeter ist vor dem RC-Glied in Reihe geschaltet. Die Betriebsspannung wird zusätzlich über einen 1 MOhm Widerstand nach Masse abgeleitet, dadurch wird sichergestellt das sich der Glättungskondensator nach dem Abschalten des Netzteils entladen kann.
Die Spannungsversorgung
Die Spannungsversorgung
Der komplette Aufbau.
Der komplette Aufbau der Test- und Entwicklungsstation
Der komplette Aufbau der Test- und Entwicklungsstation

Kapitel 2.3: Die Spannungsversorgung der Teststation

Als Spannungsversorgung für die Teststation nutze ich die "Netzeinheit NE-171" von Wandel & Goltermann. Dieses Netzteil verfügt über zwei stabilisierte, frei Einstellbare Spannungsquellen, +50 bis +300V mit max. 100mA und -100 bis 0V für Gittervorspannungen. Zusätzlich gibt es Abgriffe für verschiedene Heizspannungen (4V, 6,3V, 18V und 20V). Im Prinzip kann natürlich jedes stabilisierte Hochspannungsnetzteil genutzt werden. Oder, man entscheidet sich für eine "Light" Lösung und baut ein Festspannungsnetzteil. Alte Transformatoren mit Selengleichrichter und Heizspannung aus Röhrenradios gibt es bei eBay für wenig Geld - Allerdings aufgepasst: Der Trafo sollte auch einen Abgriff für E-Röhren (6,3V) haben, denn viele Radiomodelle arbeiten auch mit Serienheizung.
Netzeinheit NE-171 von Wandel & Goltermann
Netzeinheit NE-171 von Wandel & Goltermann

Anmerkung zum Projekt Phönix
Erstellt durch: PaSo's MuseumsWelt - V3.06.02 Edition #Neuland / Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Datensatz geändert am: 21.11.2016 00:02