Vorheriger Eintrag Übersicht Nächster Eintrag

PaSo's Virtuelles Medizinmuseum: Farbstab Haemometer - Nach den Vorschriften der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, ca. 1950'er Jahre

Vorgestellt wird ein "Farbstab Haemometer" der Firma "Resistance" aus den 1950'er Jahren. Damit kann der Hämoglobingehalt einer Blutprobe bestimmt werden.

Gebrauchsanweisung für geeichte Haemometer nach den Vorschriften der G.I.M. (Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin)

Nachdem man das Meßröhrchen bis zum Teilstrich 10 der Skala mittels der Tropfpipette mit der als Reagens dienenden n/10 Salzsäure gefüllt hat, entnimmt man dem Ohrläppchen des Patienten durch Einstich mit einer Nadel einen Tropfen Blut. Vor dem Einstich reinigt man das Ohrläppchen mit einem Wattebausch und Äther. Man saugt 20 cmm Blut in die Kapillarpipette genau bis zur Marke auf, reinigt die Spitze der Pipette mit Watte oder Filtrierpapier und bläst das Blut in das Meßröhrchen aus. Hierbei soll die Spitze der Pipette in die Salzsäure eintauchen. Durch wiederholtes Ansaugen und Ausblasen der Flüssigkeit wird die Kapillare vollständig von dem aufgenommenen Blut befreit und dieses mit Salzsäure gemischt.

Nach einer Minute hat die Mischung eine dunkelbraune Färbung angenommen und ist fast ganz klar geworden. Nun füllt man mittels der Tropfpipette Wasser zu, bis die Färbung der Blutlösung genau derjenigen des Farbstandards entspricht. Nach 3 Minuten (vom Ausblasen der Kapillarpipetten, also der Zugabe des Blute zur Salzsäure an gerechnet) vergleicht man nochmals und gibt, falls die Blutlösung nachgedunkelt ist, noch Wasser zu, bis Farbgleichheit erreicht ist. Man zieht dann das Meßröhrchen aus dem Gehäuse und liest ab; der bei Farbgleichheit vom Meniskus der Blutlösung berührte Teilstrich der Röhrenskalen gibt direkt den Hämoglobinwert in g% Hb rsp. in H-E (siehe Begleitzettel) an.

Damit die Skalen des Meßröhrchens nicht störend wirken, ist es empfehlenswert, das Meßröhrchen so in das Haemometer zu stellen, daß die Skalen während des Farbvergleichs nicht im Gesichtsfeld sichtbar sind.

Ergibt eine Bestimmung einen Hämoglobinwert unter 40 H-E, so empfiehlt es sich, die Messung mit der doppelten Blutmenge (40 cmm) zu wiederholen, um die Genauigkeit zu verbessern . Man saugt dann 2 mal 20 cmm Blut auf. Die Werte der Skalen sind in diesem Falle durch 2 zu dividieren.

Der Farbvergleich soll in diffusem Tageslicht ausgeführt werden. Bei künstlichem Licht ergeben sich falsche Werte.

Weitere Informationen unter:

Farbstab-Haemometer, Gebrauchsanweisung
Farbstab-Haemometer, Gebrauchsanweisung


Farbstab-Haemometer, Begleitzettel
Farbstab-Haemometer, Begleitzettel


Farbstab-Haemometer, Transportbox
Farbstab-Haemometer, Transportbox


Farbstab-Haemometer, Geöffnete Transportbox
Farbstab-Haemometer, Geöffnete Transportbox


Farbstab-Haemometer, Kapillarpipette
Farbstab-Haemometer, Kapillarpipette


Farbstab-Haemometer, Gehäuse zum Farbvergleich, Vorderseite
Farbstab-Haemometer, Gehäuse zum Farbvergleich, Vorderseite


Farbstab-Haemometer, Gehäuse mit Meßröhrchen
Farbstab-Haemometer, Gehäuse mit Meßröhrchen


Farbstab-Haemometer, Detailaufnahme Meßröhrchen
Farbstab-Haemometer, Detailaufnahme Meßröhrchen


Farbstab-Haemometer, Detailaufnahme Meßröhrchen
Farbstab-Haemometer, Detailaufnahme Meßröhrchen

Das Medizinmuseum per Mail kommentieren oder korrigieren
Erstellt durch: PaSo's MuseumsWelt - V3.06.01 Edition #Neuland / Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Datensatz geändert am: 09.01.2017 23:55